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Förderung und Unterstützung für Health-Startups in Deutschland

Einige meiner Studierenden bauen Startups im Gesundheitsbereich und haben gefragt, was bei der Förderung für sie anders ist. Diese Übersicht deckt die Programme und Ansprechpartner ab, die speziell für Gesundheit gedacht sind, Stand Ende Oktober 2026. Alles Allgemeine, also kostenlose Beratung in Köln, EXIST, KfW-Kredite, Business Angels oder die Forschungszulage, funktioniert auch für Health-Startups und steht im allgemeinen Artikel über Förderung und Unterstützung. Prüft Fristen und Beträge bitte auf den verlinkten Seiten, bevor ihr euch bewerbt.

Hilfe und Beratung

Gesundheit ist stark reguliert, deshalb lohnt sich Beratung früh, bevor ihr zu viel baut. Das BfArM, das über Medizinprodukte und DiGA entscheidet, hat genau dafür ein Innovationsbüro. Es bietet Orientierungsgespräche für Entwickler neuer Gesundheitsprodukte und eine eigene Beratung zu DiGA an. So erfahrt ihr früh, welche Regeln für euch gelten und welche Evidenz ihr braucht.

In der Region ist die Gesundheitsregion KölnBonn ein Netzwerk aus über 130 Unternehmen und Organisationen der Gesundheitswirtschaft, das schon Formate veranstaltet hat, in denen Health-Startups auf Kliniken, Krankenkassen und etablierte Firmen treffen. Für ein Health-Startup sind solche Kontakte oft mehr wert als Geld, weil ihr Kliniken zum Testen und Partner für den Weg ins System braucht.

Wenn ihr von einer Hochschule kommt, kann euch auch der Gründungsservice helfen, einen klinischen Partner zu finden. In Köln ist das Gateway, das ich im allgemeinen Artikel beschreibe.

EIT Health

EIT Health ist der wichtigste EU-Förderer für Health-Startups. Wie NI Business Info zusammenfasst, gab es dieses Jahr zwei Calls. Das Transformative Healthcare Instrument gab KMU aus Biotech, Medtech, Digital Health, KI, Biomarkern und Diagnostik zwischen 300.000 und 500.000 €, wobei EIT Health bis zur Hälfte der Projektkosten trug. Der Innovation Uptake Call war für ausgereifte digitale und KI-gestützte Gesundheitsprodukte gedacht, die in Europa wachsen wollen, mit bis zu 650.000 € pro Projekt.

Beide endeten am 16. September 2026, ihr würdet euch also auf die nächste Runde vorbereiten. Auf eithealth.eu findet ihr auch Catapult, wo Startups vor Investoren und Industrie pitchen.

KMU-innovativ: Medizintechnik

Das Forschungsministerium hat am 6. Februar 2026 eine neue Richtlinie für dieses Programm veröffentlicht. Wie PNO erklärt, ist Digital Health jetzt ausdrücklich dabei, auch wenn das Produkt noch nicht als Medizinprodukt auf dem Markt ist. Ihr braucht eine klare medizinische Fragestellung und eine plausible Regulierungsstrategie. Niedrige Risikoklassen sind nicht mehr automatisch ausgeschlossen.

Eine einzelne Firma kann den einfacheren De-minimis-Weg nehmen, mit bis zu 300.000 € über drei Jahre und bis zu 80 % Förderquote für kleine Unternehmen. Im Verbund müssen Anwender beteiligt sein, und mindestens die Hälfte des Geldes muss an KMU gehen. In beiden Fällen braucht das Projekt einen realistischen Weg in die Versorgung und die Erstattung.

G-BA Innovationsfonds

Der Innovationsfonds fördert neue Versorgungsformen und Versorgungsforschung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Solche Projekte leiten meist Krankenkassen oder Kliniken, Startups sind als Partner dabei.

Der Topf wird kleiner. Laut G-BA-Überblick wurde er für 2026 von 200 auf 100 Mio. € gekürzt, und ein im Juli 2026 beschlossenes Gesetz hält ihn auch ab 2027 bei 100 Mio. € pro Jahr. Davon gehen rund 80 Mio. € an neue Versorgungsformen. 10 Mio. € davon sind für kurze Projekte reserviert, die innerhalb von zwei Jahren Ergebnisse zeigen können, und dafür könnt ihr euch das ganze Jahr über bewerben.

DiGA: Erstattung statt Zuschuss

Wenn ihr eine App für Patientinnen und Patienten baut, ist eine Listung als DiGA oft mehr wert als ein Zuschuss, weil Ärztinnen und Ärzte sie dann den rund 73 Millionen gesetzlich Versicherten verschreiben können. Wie dieser Leitfaden zum Markteintritt erklärt, entscheidet das BfArM innerhalb von drei Monaten nach vollständigem Antrag.

Schwierig ist die Evidenz. Bis zum 15. Juli 2026 gab es 251 Anträge, davon 60 positive Entscheidungen, 29 Ablehnungen und 131 zurückgezogene Anträge. Im ersten Jahr legt ihr den Preis selbst fest, danach wird er mit den Krankenkassen verhandelt, zunehmend mit erfolgsabhängigen Bestandteilen. Das offizielle Verzeichnis findet ihr unter diga.bfarm.de.

Acceleratoren und Investoren

Der BIH Digital Health Accelerator an der Charité fördert Projekte von Forschungsgruppen der Charité und des BIH, kommt also nur in Frage, wenn ihr mit einer davon zusammenarbeitet. Auch SPRIND hat Gesundheitsthemen, etwa die aktuelle Challenge zu kontinuierlichem Hormon-Monitoring mit Biosensoren für Frauengesundheit.

Bei den Investoren ist der HTGF in Healthtech sehr aktiv, und Heal Capital in Berlin wird von privaten Krankenversicherern getragen, was beim Kontakt in die Branche helfen kann.

Was ich als Health-Startup in Köln machen würde

Ich würde mit einem Orientierungsgespräch beim Innovationsbüro des BfArM anfangen, damit ihr früh wisst, was die Regulierung für euer Produkt bedeutet, und Kontakt zur Gesundheitsregion KölnBonn aufnehmen, um klinische Partner zu finden. Wenn ihr schon eine Firma habt und Software entwickelt, ist die Forschungszulage aus dem allgemeinen Artikel eine gute erste Geldquelle, weil sie keine Frist hat. Wenn ihr mit einer Klinik oder Hochschule zusammenarbeiten könnt, wäre KMU-innovativ: Medizintechnik der nächste Schritt, und ich würde mich schon auf die nächste EIT-Health-Runde vorbereiten. Und wenn ihr eine App für Patientinnen und Patienten baut, plant die Evidenz für die DiGA früh ein, denn Health-Investoren werden euch danach fragen.

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